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Gefallen im Glauben
Warum ist mir so unwohl beim Anblick des gefallenen Baumes? Weil ich daran glaube, den Tod vorauszusehen, der eines Tages auch mich ereilen wird. Weil ich an die Endlichkeit meines Lebens glaube, die ich gedanklich mit meiner körperlichen Auflösung verknüpfe. Ich erkenne den Tod im Leben, warum gelingt es mir noch nicht, das Leben im Tod zu erkennen? Überall wird Leben zum Tod, warum sollte es nicht auch umgekehrt sein? Innerlich zerrissen stehe ich vor den zerfallenden Überresten des einstigen Riesen und werde mit meinem Unglauben konfrontiert. Mit einem in dieser Welt gefangenen Denken, aus dem mein schmerzhafter Glaube an…
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Tastendes Erwachen
Die Kälte des Winters vergeht zaudernd. Wohltuende Milde hält Einzug und offenbart sich vielerorts. Erste vorsichtige Versuche des Lebens, welches sich nur langsam hervorzuwagen traut. Fasziniert betrachte ich mir jenes zögerliche und vorfühlende Erwachen des wiederkehrenden Lebens. Zunächst offenbart es sich nur zurückhaltend, bevor es nach und nach kühner wird, zu sprießen beginnt, ausströmt, durchwirkt, sich zuletzt in seiner herrlichen Pracht entfaltet. Wo noch erstarrte Tristesse herrscht, kündet sich nunmehr jene erwachende Kraft der Wiedergeburt an, die sich jeden Frühling in der Natur artikuliert. Lange Zeit in meinem Leben übersah ich diese wunderbar zaghaften Vorzeichen. Inzwischen sind sie für mich…
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Versteckspiel
Etwas versteckt sich, das erst auf den zweiten Blick erkennbar wird. Bei nachlässiger Betrachtung kann es allerdings leicht übersehen werden. Dieses Etwas wartet in seinem Versteck, um zur Erfahrung des Entdeckers zu werden. Was jedoch auf seine Entdeckung wartet, sollte der Betrachter entscheiden. Nicht jeder Betrachter wird die gleiche Entdeckung machen. Tatsächlich versteckt sich in jeder Betrachtung irgendetwas, das wahrgenommen oder nicht wahrgenommen wird. Ist die Entdeckung nun wahr oder ist sie ein Zufallsprodukt von Wahrnehmung und Nichtwahrnehmung? Was bedeutet eigentlich Wahrheit?
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Mauerungen
Die Mauer ist eine Blockade, Abgrenzung oder Eingrenzung, die den Fluss des Lebens hemmt oder verhindert. Zahlreiche Mauern werden mit Steinen errichtet und stellen Grenzziehungen innerhalb der fließenden Formenwelt dar. Aufgetürmte Verhärtungen für angestrebte Trennungen. Man kann sowohl vor als auch hinter einer Mauer stehen und sie aus der jeweiligen Perspektive betrachten. Die eine oder andere Mauer mag gewiss durchlässiger sein als die andere, je nachdem, wie gewissenhaft die Steine zuvor aufeinander geschichtet wurden. Steine aus Ideen, Gedanken, Worten, Handlungen und Haltungen. Der gewissenhafte Maurermeister sollte sich sehr gut überlegen, allzu sorgsam errichtete Mauern vielleicht durchlässiger zu bauen und Leben…
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Der Weg nach innen
Der Weg nach innen liegt in den verführerischen Kulissen des Außen und wird früher oder später von einem erwachenden Bewusstheit gefunden werden. Er erschließt sich für einen Suchenden inmitten der vorherrschenden Kühle, in der er sich selbst erkennt. Ein Zugangsportal zu Wärme und Licht, zum ewigen Jetzt, in dem sich alles vereint und aus dem sich einst trügerische Schatten aufgrund einer einzigen Idee der Trennung im Außen verlieren konnten. Im Außen herrscht Kühle und Herzlosigkeit, da dort alles geträumte Spiegelung ist. Hier wurde und wird jener einstige Gedanke der Trennung für den Träumenden zu einem real erscheinenden Traum einer äußeren…
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Fehlfarben
Ich frage mich, wie es wäre, wenn sich die Farben meiner Welt veränderten. Wie viel Zeit würde verstreichen, bis ich mich an diese Welt der Fehlfarben gewöhnt hätte? Würde mir diese Welt nach Jahren, Monaten, Tagen, Stunden oder bereits nach Minuten wieder vertraut sein? Möglicherweise würde ich in ihr viele neue und ungewohnte Schönheiten entdecken. Natürlich würde ich das Vertraute nicht freiwillig aufgeben. Ich bleibe lieber mit hingebenden Vertrauen bei meiner gewohnten Sichtweise. Das Ungewisse macht mir Angst.