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Paradigmenwechsel
Von einem Gedankengebäude zum anderen hinüberzugehen. Fragwürdig gewordene oder eingefahrene Denkmuster hinter sich zurückzulassen und für neue Betrachtungsweisen offen zu sein. Paradigmen sind trügerische Sicherheiten, die überraschend zu Unsicherheiten oder Verteidigungsgründe werden können. Übergänge bieten sich vor allem in Zeiten stürmischer Wendungen, Veränderungen wie auch Weiterentwicklungen an. Nicht selten führen sie zur Wiederfindung, . . . wenn sich Kreise schließen.
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Gedankenkontrolle
Wie viele unserer Gedanken stammen von uns und dürfen frei und unkontrolliert gedacht werden? Wie steht es um unsere Ideen, die nach Ausdruck verlangen und zu denen wir uns bekennen? Warum leitet uns allzu oft die Befürchtung, dass Gedanken und Ideen fehlinterpretiert werden könnten, Gefühle verletzen oder gegen Normen verstoßen? Wir denken für gewöhnlich Gedanken, die uns zugänglich sind, lassen gelten, was akzeptabel ist. Könnte es sein, dass uns nur zugänglich ist, was ein System zulässt und dass wir uns zeitlebens in Gedankenkorridoren bewegen, ohne es wirklich zu begreifen? Wer kontrolliert unsere Gedanken? Sind wir es oder werden wir in…
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Dominoeffekt
Dominosteine, die vor langer Zeit der Reihe nach gefallen sind und ein Trümmerfeld zurückließen, auf dem sich der Staub der Zeit niederließ. Auch auf meinem Lebensfeld liegen Trümmerfelder gefallener Dominosteine. Auch auf ihnen ließ sich der Staub der Zeit und des Vergessens nieder. Hier und da stolpere ich in träumerischer Abwesenheit über das ein oder andere Trümmerfeld und werde dabei an vergangene Zeiten erinnert. Oftmals genügte ein zärtlicher Anstoß, um ein scheinbar stabiles Gefüge zum Einsturz zu bringen. Zärtlich, . . . ganz zärtlich!
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Zeugnis
Ruinen sind ehrliche Zeugen. Gedankengänge gemahnen mich bei ihrer Betrachtung daran, was gewesen sein soll. Vorstellungsbilder, welche mich auffordern, die Realität einer versunkenen Welt einzufangen. Inzwischen erwächst der Zweifel, dass Geschichte anders verlaufen sein könnte, als sie gelehrt wird. Geschichte ist gelebte Erinnerung der Menschheit. Ruinen, die das Denken und Handeln heimgegangener Menschen bezeugen, Relikte vergangener Vorstellungwelten, Monumente einstiger Bewusstseinsinhalte, sprechen in stummer Sprache zu mir. Bewusstsein verändert sich mit dem Verstehen der Geschichte, Geschichte mit dem Verstehen von Bewusstsein. Auch im kühnen Mut, aus sich heraus zu zweifeln, zu hinterfragen. Im Schatten versteckt liegender Ruinen, zu einem Teil der…
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Langsamer Abschied
Gräber und Denkmäler werden gegen das Vergessen errichtet. Zeit frisst Gedenken und Erinnerungen. Aufmerksamkeiten wenden sich Gegenwärtigem zu. Gräber und Denkmäler werden vergessen. Blumen verwelken, Stein verwittert. Ein Abschied auf Raten, bis Vergessen der letzte Gast am Denkmal ist. Der Wanderer wirft einen beiläufigen Blick auf das verwitterte Grab und kann nichts damit verbinden. Es gibt für ihn jenen Abschied nicht, da er nicht wirklich dort ist. Er betrachtet lediglich den letzten Gast, . . . das Vergessen. So ist der Lauf der Welt.
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Ein Flüstern im Walde
Sorglos wanderte ich dahin und hielt plötzlich inne. Mir schien, ich vernahm ein einladendes Flüstern. Erwartungsvoll lauschend folgte ich dem lockenden Geräusch. Ich gelangte an einen Bachlauf und meinem Blick eröffnete sich ein Wohlgefallen, das von wohltuendem Sonnenlicht durchflutet wurde. Ich werde eingeladen, dachte ich entzückt und entschloss mich zu verweilen. Meine Sinne weiteten sich und ich lauschte mit Hingabe dem lieblichen Geflüster des fließenden Bächleins. Verzückung trug mich in der behaglichen Wärme des Lichts davon, begleitet vom unterhaltsamen Flüstern, welches in diesem Moment in meiner Sprache zu mir sprach. Ich hörte einfach nur meiner Seele zu.