Fotobeiträge

  • Kristallin

    Kristallin

    Über Nacht wurde die Landschaft weißgläsern. Kristalliner Zuckerguss breitet sich in wundersamer Feinheit über das verschlungene Geäst aus. Ein frostiger Wind verwandelte die Feuchtigkeit in glitzerndes Eis und ließ Strukturen entstehen, die in der Morgensonne glänzen. Vor dem meerblauen Hintergrund heben sich die eisigen Äste ab und bilden glitzernde Verzweigungen. Sie stehen für den Augenblick in einer zuckerartiger Starre gläsern vor mir. Kalt und warm liegen dicht beieinander. In dem Eisgeflecht nehme ich ein leidendes Gesicht wahr, das sich mir aus der Kälte klagend zuwendet. Im Morgenfrost des angebrochenen Tages entsteht in mir der Eindruck einer weitläufige Klarheit, in welcher…

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  • Befürchtung

    Befürchtung

    Betreten schreite ich auf meine finstere Vorstellung zu und warte im Tritt ab. Fraglich, ob das Ungemach heranzieht oder in der Ferne bleibt. Farblich hat sich der Anblick auf meine Stimmung eingestimmt. Berauscht, versonnen und verträumt, ehe sich mein Blick milde in Wohlgefallen aufzulösen strebt. Ich ziehe weiter und lasse die Befürchtung davonziehen, fühle ihr nach und wage die Umkehr, noch bevor meine Sinne verwässern. Schon erobert die Sonne in der Ferne den Himmel zurück und der leise Wind treibt den befürchteten Regenguss davon. Befreit habe ich meinen Geist wieder für mich. Jener vorbeiziehende Hauch von Lila in der Ferne…

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  • Höhenrausch

    Höhenrausch

    Mit dem Raureif tritt mir auf den zugigen Anhöhen eine faszinierende Welt gegenüber. Drückender Nebel, durch den ich mir in trüber Einsamkeit meinen Weg bahne und auf dem mein Schritt unsicher bleibt. Die vertrauten Farben sind verschwunden und werden unter dem Puderzucker vager Hoffnungen von einem kalten Wind gestreichelt. Stille ringsum. Mein Atmen erscheint mir laut und erstirbt im Nebel, als würde er danach verlangen. Kälte besitzt eine eigene Schönheit, der ich mich in meiner Einsamkeit anvertraue. Bei ihr finde ich meine Wärme, die sich als Sehnsucht nach Zuneigung verkleidet. Jede Beobachtung verwischt sich mit dem Nebel, während ich in…

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  • Erwartungsvolle Heimreise

    Erwartungsvolle Heimreise

    Der heutige Abend ist früh hereingebrochen und überall hat sich ein lieblicher Glanz wie ein Vorhang ausgebreitet. Staunend blicke ich in Richtung meiner beabsichtigten Reise und betrachte in der Ferne die Wärme des Lichts. Noch steht das Signal in einiger Entfernung auf Rot. Der Zug kommt noch nicht, genügend Zeit, um in meiner Erwartung zu verharren. Wo der Weg endet, bin ich zuhause und lasse friedlich meine Erwartung zurück. Ich gebe mich hin, um meine Sehnsucht zu huldigen, die mich vorerst noch an meine Erwartung bindet. Die Einfahrt des erwarteten Zuges in den lieblichen Glanz, mein Verschwinden im leuchtenden Licht…

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  • Jeder Tag ist ein Geschenk

    Jeder Tag ist ein Geschenk

    Hoffnung für einen neuen Tag keimt auf, sobald sich ein Tag seinem Ende zuneigt. Die Nacht zieht herauf und nimmt den vergangenen Tag leise mit sich fort. Entfernt verglimmt das Licht und lässt mich Figuren erahnen, lautlos mahnend im rötlichen Schein der Abenddämmerung, ein verschwiegener Fingerzeig. Die Schwärze der Nacht schleicht heran, Leben verstummt im Weltengesang. Meine müden Schritte fallen mir schwer, weil ich mich im hereinbrechenden Nichts zu verirren drohe. Dem Abend entspringt die Hoffnung des kommenden Tages, ehe auch dieser von der Nacht davongetragen wird und neue Hoffnung schenkt. Das Gleichgewicht des Gebens und Nehmens, das Erhalten eines…

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  • Abgeerntet

    Abgeerntet

    Die Ernte wurde eingeholt und erwies sich wieder einmal als üppig. Nacktheit und Kühle eines sich dem Ende zuneigenden Jahres wird Einzug halten und noch einmal eine Ahnung des Vergangenen erwecken. Tage werden kürzer, Gedanken melancholischer, Hoffnungen und Sehnsüchte nach Ruhe und Wohlbehagen entstehen, im zunehmenden Schweigen eines verspielten Träumens. Im Gleichmut beginnen sich die steilen Weinhänge zu erholen. Mancher Tag entledigt sich indes zögernd seiner Wonne und Erwartung, ehe er im Abendglanz zum Schweigen wird. Gebändigt übergab die Natur dem menschlichem Verlangen, sammelt sich, um einzuschlafen, nachdem sie in der Hege und Pflege, Erwartungen erfüllt und Früchte für Freuden…

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