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Im Nebel
Konturen der vertrauten Umgebung sind verlorengegangen. Kälte und Feuchtigkeit hat sich über das Land gelegt. Feuchtkalt begleitet mich ein Windspiel, während ich durch den Nebelvorhang schreite und mir einsam und verloren vorkomme. Lange Zeit ist mir niemand mehr begegnet. Es scheint, als würden sich meine Umrisse im Nebel auflösen, in dem ich zu verschwinden glaube. Plötzlich erscheint eine Silhouette im Nebel vor mir. Ein einsam dastehender Baum, zu dem sich ein Holzkreuz gesellt hat. Als ich vorüber schreite, verschwindet die Silhouette bereits im Nebel hinter mir. Gleichsam verschwinde ich und nehme meinen Glauben an mich und meine Einsamkeit in den…
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Vergangenheits-Verlust
Vergangenheit als gedachte Gegenwart. Vergangenheit, in der ich mit jedem Gedanken verstrickt bin und als die ich in meinen Gedanken mein Leben in der Gegenwart betrachte. Alles, was durch die Gedanken in die Vergangenheit gelegt wird, zerfällt nurmehr in der Gegenwart. Gedankengebilde verflüchtigen sich und wandeln sich in Bewusstwerdung um. Vergangenheit löst sich auf, wenn sie wieder zur Bewusstsein wird. Ein altes, verborgen liegendes und verwittertes Bauwerk, das seinen ursprünglichen Zweck schon lange Zeit verloren hat, erinnert mich im Jetzt an die Vergänglichkeit jedes gedachten Daseins. Jeder vergangenheitsverlorene Gedanke löst sich früher oder später ganz von selbst auf. Willkommen im…
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Rotlichttherapie
Die überwölkten Tage ziehen trist vorüber. Mein erschöpftes Gemüt übt sich in ruhiger Zurückhaltung. Einsam und in Gedanken versunken befinde ich mich auf der heimlichen Suche nach Beglückung und Zuversicht. Da erblickte ich im welkenden Einerlei eine Labsal der Freude und des Wohlgefallens. Sogleich öffnet sich das Herz und saugt das rote Farbenspiel dankbar in sich auf. Ein Farbenstrom, der sich im dürstenden Innern verflüchtigt und dabei Wärme spendet. Eine wohltuende Therapie am Rand eines Weges. Unerwartet und ohne allzu viel Aufhebens. Gelassen und beschwingt freue ich mich auf mein Zuhause. Irgendwie bin ich mit Liebe erfüllt.
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Vernetzung
Im kühlen Wind bewegt sich das Spinnennetz am Rand des Weges. Es bläht sich auf und fällt wieder in sich zusammen. Jeder Bereich des Netzes wird von der jeweiligen Bewegung erschüttert. Elastisch dehnt sich das Netz und zieht sich wieder zusammen. Nichts bleibt wirklich unbewegt. Geradeso scheint es sich mit meinem Leben zu verhalten. Alles scheint darin auf unerklärliche Weise miteinander und ineinander verwoben zu sein. Alles hängt mit allem irgendwie zusammen. Alles ruft eine Wirkung hervor und wirkt auf mich zurück. Es gibt nichts in der von mir erlebten Welt, was mich nicht auf irgendeine Weise betrifft, auch wenn…
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Nahe stehend
Gutmeinendes und Annäherndes wird nicht selten von sich weggestoßen, weil Nähe bedrängend wirkt. Berührungen erwirken so manches Unbehagen, da sich das Selbst hinzugeben verlangt und zugleich Angst vor der Hingebung verspürt. Zaghafte Widerstände lassen Freiräume entstehen, doch der gute Wille verkehrt sich oft in eine Abwehr, die eine Abwehr gegen sich selbst ist. Aus der Distanz wirkt die Abwehr wie Zuneigung. Oder ist es umgekehrt?
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Morgenappell
Wohlgeordnet stehen die Bäume im Morgensonnenlicht auf einer Anhöhe und erregen meine Aufmerksamkeit. Erstaunt blicke ich auf die Formation und es scheint mir als wäre sie zu einem Morgenappell angetreten. Für einen Augenblick fühle ich mich schamhaft berührt, ehe ich schmunzelnd meinen Weg fortsetze. Manchmal überkommen mich sonderbare Gedankenflüge, die unerwartet meiner Phantasie entsteigen. Als ich den Weg fortsetze, will mir jeder Schritt schwerfälliger vorkommen. Klammheimlich gemahnt mich der unerwartete Morgenappell meines mangelnden Ordnungssinns. Wieder einmal nichts weiter als einer dieser Fingerzeige vom Leben, den ich zu dieser frühen Morgenstunde erhalte. Ordnung ist das halbe Leben!