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Martyrium
Höllenqualen, die beharrlich erdrücken und in Stein gemeißelt erscheinen. Ängste, welche sich aus befürchteten Erwartungen erhalten und eine Melancholie bewirken, entsprungen aus zahllosen entfesselten Gedanken. So werden quälende Angstgedanken erschaffen, begründet und verstärkt durch sich selbst. Jeder Angst liegen Gedanken zugrunde, die zur Befürchtung wurden und Raum für nichterfüllte Erwartungen erschufen. Dieses angeschaute Bild der Angst drückt die Befürchtung aus, die durch Gedanken Raum gewann und zur erfahrbaren Realität wurde. Als ein Martyrium, das die Angst zu Stein erstarren ließ. Wer dachte den ersten verhängnisvollen Gedanken? Und wer ließ diesen ersten verhängnisvollen Gedanken zur Befürchtung und Erwartung heranwachsen? Sich diese…
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Ichthys
Ein Symbol, das für mich plötzlich am Himmel erscheint und dessen gequältes Antlitz mich nachdenklich zurücklässt. Drückt sich durch das Symbol unwissende Nichtanerkennung als eine Bürde aus? – Ein Aufschrei der Verzweiflung über das Unheil, welches in einer nichtsahnenden Unwissenheit ihren allerhöchsten Ausdruck findet. Ein gequälter Fisch, der sich nicht abwendet, obgleich er am trügerischen Schein der Welt verzweifelt. Ein Fisch, der sich in der allgegenwärtigen Ignoranz behauptet und bis zum Tag des jüngsten Gerichts zu warten versteht. Mitunter scheint mir jenes Symbol am Himmel eine Anklage zu sein, ehe es mich anrührt und mir aufzeigt, dass ich nicht alleine…
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Lichttempel
Gestaltendes Licht erfüllt den Raum vor mir, in dem mir mein eigenes Licht entgegenschaut. Friedfertig und in Dankbarkeit schaue ich dorthin, wo mir der gestaltende Lichteinfall einen Tempel errichtet. Sehnsüchtig verfängt sich mein Blick in jenem Augenblick, in dem sich Raum und Zeit vereinen und eine lichterfüllte Illusion entstehen lassen. Der lichterfüllte Tempel vergegenwärtigt sich inmitten meiner Vorstellung, in der Zeit und Raum korrespondieren und ein Menschenleben sich seiner selbst ansichtig wird. Im träumerischen Glauben halte ich das Vorgestellte fest, um mir die Welt zu arrangieren und sie als Realität erscheinen zu lassen; geflissentlich darauf bedacht, sie zu bewahren und…
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Denkgefängnis
Zaghaft umspielen beherzte Gefühle das frühere Gefängnis und atmen begierig die Luft von Freiheit ein. Es liegt an Dir selbst, Gefühle zu entfesseln und hemmende Gedanken liebevoll vergebend davonziehen zu lassen, bevor der gierige Abgrund der Angst und der Bedenken sie wieder einfängt und zu sich zurückholt. Welche gedanklichen Vorstellungsweisen gingen von mir aus und welche sind von anderen für mich vorgedacht worden? Gedanken können übernommen worden sein, Gefühle jedoch werden erlebt und sind echt. Wenn ich die äußere Welt mit meinen Gedanken zu verstehen versuche, findet eine Wahrnehmung der Umkehr statt. Durch gedankliche Reduktion entsteht eine Größe der Welt,…
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Schicksalsweg
Einen Weg zu gehen, ist zugleich ein Weg sein, nämlich weg zu sein auf einem Weg. Ich gehe einen von mir erwählten Weg und bin in der Zeit meines Weges weg von mir. Ich bin dabei, mich zu verlassen und mich als ein Wanderer meinem Weg anzuvertrauen. Ich gehe einen Weg, von dem ich mir erhoffe, dass er zu mir führt und bezeichne ihn als Lebensweg. Vielleicht ist es der Weg, der mein Weg sein aufhebt und mich mir zurückgibt. Vielleicht aber auch nur ein Weg, weg von mir. Ein Weg ist und bleibt ein Weg. Weg will sagen: weg…
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Minimalistisch
Eine minimalistische Komposition, die auf eine rätselhafte Weise meinen melancholischen Blick einfängt. Mein Blick berauscht sich an jener Schlichtheit, welche ich für gewöhnlich übersehe. In diesem Augenblick jedoch wohnt ihr ein wunderlich aparter Reiz inne. Das Bild erinnert mich an einen Gedankenaustausch über die Kunst und eine darin enthaltene Idee darüber, was Kunst ist. In der Kunst begegnet sich der Geist und wird sich seiner selbst bewusst. Noch während ich dieses Bild betrachte, muss ich leise lächeln, denn meine Aufmerksamkeit hat sich im Alltäglichen und Banalen verfangen, an das ich ansonsten im banalen Alltag keinen Augenblick verliere. Ein zärtlicher Anflug…