Eisgefängnis

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Schöpferische Vereisungen im Morgenwind. Eingefrorene Strukturen, die das erwachte Leben für einen Augenblick in sich einschließen und bewahren, für einen kurzen Zeitraum festhalten, um es dann zu entlassen.

Ruhend eisgewordenes Sein, auf dem sich ein allerletztes Mal die Kälte zeigt. Unterbrochene Naturruhe im Eisgefängnis für einen schweigsamen Moment.

Es ist Zeit, dass alle eingefrorenen Strukturen auftauen und das Leben ihnen entsteigt, um befreit im wärmenden Sonnenlicht zu tanzen.

Kälte darf zur Wärme werden, wie Wärme einst zur Kälte werden durfte, im Wechselspiel des Seienden, welches sich in Harmonie ergänzt.

Ein zeitweiliges, launisches Innehalten, als hereinbrechendes Eisperlenspiel im Morgennebel, wie es sich dem Auge in einer wunderbaren Zeitaufnahme zeigt. Ein Innehalten der Bewegung, ehe es sich auflöst und verschwindet.

Eine sich verflüchtigende Heiligsprechung des Eises.

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