Weltbildbröckeln

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Was bleibt ohne Zweifel in einer Welt, die ich fast ausschließlich über Medien erfahre? Stimmt mein Weltbild mit meiner objektiven Realität überein? Bin ich mutig genug, mir die Zweifel in meiner Welterfahrungen einzugestehen?

Meine bescheidene Welt vergrößerte sich durch meine mediale Betrachtung, welche mir zur selbstverständlichen Erfahrung wurde.

Was, wenn das vertraute Bild der medial erfahrenen Welt brüchig zu werden beginnt und die Fragwürdigkeit zunimmt? Wenn die Verlässlichkeit zerbricht, zerbröckelt und einen aus dem Zusammenhang herausreißt?

Die medial erschaffene Welt verkleinert sich durch den Zweifel. Alles in ihr verkehrt sich ins Gegenteil, wird auf sich selbst zurückgeworfen. Was groß wurde, wird nunmehr klein. In jede Gewissheit kehrt der Zweifel ein und lässt die bescheidene Realität sogleich wirklicher werden.

Das Fernliegende geleitet mich zu mir selbst. Das Fremde bringt mich zu mir selbst zurück. Das Unechte wird zum Echten.

Die Welt bin ich selbst und nicht das, was ich mir außerhalb dieser Welt vorstelle oder vorgestellt bekam.

Was ist es für eine Welt gewesen, die ich zu kennen glaubte und die mir nun fraglich geworden ist? Woraus erschuf ich mir mein Weltbild, in dem ich mich durch meinen Zweifel wiederfinde? Was habe ich in meiner Realität wirklich selbst erlebt und nicht eingeredet bekommen?

In der Gewissheit verlor ich mich. Im Zweifel finde ich mich wieder.

So gewiss, wie ich einst glaubte, wird mir die Welt niemals mehr sein. Sie hat zu bröckeln begonnen und lässt mich befremdet zurück.

Ein Fels ist herausgebrochen und wurde sich seiner selbst bewusst.

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