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Tagewerk
Ich sehne mich danach, aufzusteigen und mich weiterzuentwickeln. In meiner Sehnsucht sehe ich mich bewusst einen Schritt vor den anderen setzen und hoffnungsvoll auf höher liegende Gefilde zuschreiten. Abends betrachte ich den ausklingenden Tag und füge ihn meinem Leben hinzu. So entsteht nach und nach das Mosaik meines Lebens, das mit jedem weiteren Schritt umfangreicher wird und als unvollendetes Kunstwerk vor mir steht. Ich arbeite seit meiner Geburt an meinem Lebensmosaik, ohne es in seiner Komplexität verstehen zu können, da es noch nicht abgeschlossen ist. Als Lebenskünstler verstehe ich mich, der sein Leben als Kunstwerk gestaltet und sich bei der…
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Zeitfaktor
Wir halten uns selbst in der Zeit fest. Sorgsam eingehegt, nachgerade von uns selbst weggeführt und verführt. Das unbewusste Selbst führt sich von sich selbst weg. Das Gitter des Gefängnisses besteht aus berechenbaren und vergleichbaren Zeiteinheiten, an die der Verstand uns bindet. Ein vom Verstand ausgerollter Zeitfaktor, in dem die geistige Existenz auf materieller Ebene stattfindet. Die Zeit bewirkt lineare Beschränkung. Wir legen uns auf eine zeitliche Größe fest. Unsterblichkeit wird zur Sterblichkeit, Größe zur Kleinheit. Alles wird durch den gedachten Gedanken auf einen chronologischen Punkt fokussiert, um die vorgestellte Existenz zu stabilisieren. Insofern ist die Selbsttäuschung in sich logisch…
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Uneinsichtig
Geist erschafft Materie. Der Wille erschafft die Vorstellung, in deren Bezug er sich selbst zu sehen und zu verstehen glaubt. So wird Wille zum Glauben, wie Materie zum Ausdruck des Geistes. Wir sehen insofern das, was wir zu sehen erwarten. So manche Vergegenwärtigung ist jedoch nicht klar und deutlich erkennbar, zumal ein tieferer Blick sie in einem anderen Zusammenhang setzt. Geist und Wille sind sich uneinig geworden. Die jeweilige Betrachtung stimmt nicht mehr mit ihrem Willen überein. Auf welche Weise vermag man in dieser Uneinsichtigkeit zu verstehen, was richtig und falsch ist? Wo bleibt die Gewissheit, wenn die Betrachtung auf…
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(R)Evolution?
Inmitten der alles umschließenden Finsternis tut sich allmählich eine Öffnung auf. Licht fließt in die Dunkelheit und durchdringt den finsteren Raum und die finstere Zeit. Alles Leben in der Finsternis wird von dem befreienden Licht geflutet, alles scheint darin neu geboren zu werden. Eine Zeit der Neuerung bricht an. Eine Zeit, entweder für einen Neubeginn oder einen Aufstieg. Will ich das Vergangene noch einmal erleben, noch einmal die Freuden und Leiden meines Lebens erfahren? Oder möchte ich über das einflutende Licht einen Aufstieg zu mir selbst wagen, im Gleißen des Lichts zur Einheit in mir selbst zurückkehren? In einer durch…
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Am Ende bleibt Gewissheit
Jede Reise durch das menschliche Leben läuft in der vorgegebenen Fahrlinie irgendwann auf ihr Ende zu. Wenn die Reise endet, sämtliche Beziehungen abgeschlossen sind, wird sie von ihrem Ende her betrachtet und verstanden werden, um die in ihr ruhende Gewissheit zu verstehen. Irgendwann stieg man in diese Reise durch das Leben zu und unternahm sie zunächst mit kindlichem Staunen. Man erfreute sich am Vorüberziehen der Lebenslandschaft, glaubte sich hier und da vergnügen zu müssen oder sich aus jedem einzelnen Moment heraus verstehen zu können. Geradeso verlief die Reise über Höhenunterschiede hinweg, mal aufwärts, mal abwärts, während man, entgegen aller Ängste…
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Besetzung
Wer denkt meine Gedanken, wer fühlt meine Gefühle? Bin ich wirklich das Ich, das ich glaube zu sein? Bin ich das, als was ich mich in dieser Welt erachte? Wer handelt, wenn ich handle? Wer geht die Wege, die ich zu gehen scheine? Wer verfolgt all die Ziele, zu denen ich hinzustreben glaube? Jenes mir einst vertraute Ich ist mir fraglich geworden. Es scheint, als wäre ich nicht mehr das, was ich zu sein vermeine. Immer häufiger erscheine ich mir fremd. Ich betrachte mich immer öfter als etwas, das es nicht zu geben scheint und nicht mehr an sich zu…