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Vater aller Dinge
Der Glaube, Krankheit käme von außen, wäre Zufall oder Schicksal, dem man ausgeliefert sei. Der Glaube, man sei Opfer, trage keine Verantwortung für die eigene Krankheit. Der Glaube den äußeren Einflüssen hilflos ausgeliefert zu sein und zu meinen man müsse nur sorgsam Ausschau halten nach Bedrohungen im Außen. Als ich jenem Baum mit einer Geschwulst begegne, halte ich inne. Krankheit, denke ich, drückt sich im Außen als Symptom aus, doch die Krankheit als solche befindet sich im Innern. Symptom im Außen, offenbart Krankheit im Innern. Daran zu glauben, Krankheit sei innere Unordnung, sei durch Gedanken oder Gefühle ausgelöst, sei zuletzt…
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Zwischenzeit
Alles scheint geradeaus zu laufen, voraussehbar und planbar zu sein. Verlässlich ist die Entwicklung vorangeschritten und es wird, fast wie in einem ekstatischen Rausch, ein Ziel nach dem anderen ins Auge gefasst. Dann jedoch kommt der Punkt, an dem ein Halt erzwungen wird. Ein Innehalten ist unvermeidlich, die angestrebte und erwartete Entwicklung scheint zu enden. Die Zeit einer persönlichen Neuorientierung ist gekommen. Es darf sich gefragt werden, wie die weitere Reise aussehen soll. Gerade verlaufende und ungestörte Entwicklungslinien lassen sich nicht erzwingen. Sie verlaufen nicht in gerader Linie bis in alle Ewigkeit. Irgendwann wird jeder aufgefordert, inne zu halten und…
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Mimikry
Keineswegs aufzufallen, sich zurückhaltend auszudrücken, vornehm in seiner Umgebung eingepasst zu sein. Besteht ein solches Bedürfnis nicht bei vielen von uns? Aber bedeutet es nicht zugleich auch Selbstaufgabe? Manche Lebewesen verbergen sich aus Eigenschutz, andere aus Bequemlichkeit. Unauffällig leben zu wollen heißt übersehen zu werden, keine Achtung und Beachtung zu finden, unbemerkt verloren zu gehen. Selbstschutz wird irgendwann zu Entfremdung und Isolation im eigenen Selbst. Aus Furcht entsteht der Schmerz der Einsamkeit. Man sollte sich darüber klar sein, wie man zu leben gedenkt. Warum man Schönheit verbirgt, um zu glauben unangreifbar zu sein.
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Herzstärkung
Mir wird geschmeichelt, als ich in dieser wolkenverhangenen Zeit einer zärtlichen, wohltuenden Offenbarung begegne. Frühlingserwartungen werden geweckt, wallen sogleich in mir auf. Wohlgewogen schaue ich zu dieser Ermunterung, welche sich mir arglos anbietet. Jener zärtliche Hauch Farbe, beglückt mein Gemüt, verführt mich zum sinnlichen Genuss. Kaum dass ich mich dieser verführerischen Lockung hingebe, fühle ich Unbeschwertheit aufsteigen. Was ein klein wenig Farbe in der Tristesse bewirkt. Wie wenig man braucht, um sich von einem Moment auf den anderen wohl zu fühlen.
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Selbstkonfrontation
Diese Welt wird in meinen Geist erschaffen und als Äußerlichkeit projiziert. Ich erschaffe mittels Projektion eine Lebenswelt, in der ich zu existieren glaube. Alles bin ich selbst. Verbundenheit ist mir nur selten bewusst, doch ist es mein Selbst, das sich in all seinen Facetten betrachtet und sich zugleich in Distanz zum Betrachteten setzt, so dass die äußere Welt von mir als Andersartigkeit erlebt wird. Sobald ich die Projektion und damit mich selbst betrachte, sollte ich mich in Allem und Jedem wiedererkennen, hingegen nehme ich mich durch Abgrenzung wahr. Warum tue ich das? Weil mir in der Projektion innere Widerstände, Verneinungen…
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Fremdkörper
Teile liegen auf dem Waldboden und werden von mir betrachtet. Fraglich, wovon es Teile sind, woher sie kommen. Wahrscheinlich stammen sie von einem ehemaligen Fahrzeug und liegen seit vielen Jahren mitten im Wald. Wer die Teile hierher gelegt haben mag? Gibt es einen Grund, dass sie in diesem Wald liegen? Fremdkörper erwecken Interesse, da sie sich in ihrem Umfeld hervorheben und Fragen stellen, deren Antworten sie schuldig bleiben. Auch mich selbst erlebe ich häufig als Fremdkörper in der Welt. Philosophische Fragen stellen sich mir. Fragen, von woher ich komme, von wem ich in diese Welt platziert werde, weswegen ich hier…