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Langsamer Abschied
Gräber und Denkmäler werden gegen das Vergessen errichtet. Zeit frisst Gedenken und Erinnerungen. Aufmerksamkeiten wenden sich Gegenwärtigem zu. Gräber und Denkmäler werden vergessen. Blumen verwelken, Stein verwittert. Ein Abschied auf Raten, bis Vergessen der letzte Gast am Denkmal ist. Der Wanderer wirft einen beiläufigen Blick auf das verwitterte Grab und kann nichts damit verbinden. Es gibt für ihn jenen Abschied nicht, da er nicht wirklich dort ist. Er betrachtet lediglich den letzten Gast, . . . das Vergessen. So ist der Lauf der Welt.
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Ein Flüstern im Walde
Sorglos wanderte ich dahin und hielt plötzlich inne. Mir schien, ich vernahm ein einladendes Flüstern. Erwartungsvoll lauschend folgte ich dem lockenden Geräusch. Ich gelangte an einen Bachlauf und meinem Blick eröffnete sich ein Wohlgefallen, das von wohltuendem Sonnenlicht durchflutet wurde. Ich werde eingeladen, dachte ich entzückt und entschloss mich zu verweilen. Meine Sinne weiteten sich und ich lauschte mit Hingabe dem lieblichen Geflüster des fließenden Bächleins. Verzückung trug mich in der behaglichen Wärme des Lichts davon, begleitet vom unterhaltsamen Flüstern, welches in diesem Moment in meiner Sprache zu mir sprach. Ich hörte einfach nur meiner Seele zu.
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Steinige Pfade
Steil war der Weg am Ende des Winters geworden, uneben und eng. Atemlos und ermüdet beschritt ich ihn und fragte mich, wohin er mich führte. Ich fing an bei mir anzukommen, denn ich trat mir im Vorantasten gegenüber. Vom ursprünglichen Weg war ich abgekommen und auf den Pfad geraten. Bei den Schritten achtete ich sorgsam darauf, nicht mein Gleichgewicht zu verlieren. In meiner Fokussierung, bedacht nur an mich zu denken, mir nahe zu sein, erkannte ich mich. Steile, unebene und enge Pfade werden nicht selten zu Wegen zu sich selbst.
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Inkarnations-Moment
Meine Entscheidung wurde getroffen. Ich möchte lernen und Erfahrungen sammeln, deshalb befinde ich mich vor dem Tunnel ins Dasein. Nun kommt der kurze und intensive Augenblick bedächtigen Schweigens, jenes kurze Innehalten, ehe ich vom Hellen ins Dunkle schreite. Schon im nächsten Moment werde ich alles vergessen haben und in das Unbekannte eintreten, um als Identität geboren zu werden. Raum und Zeit werden gelten, sobald ich im Tunnel bin. Am Ende des Tunnels werde ich weinen und Menschen, die mich erwarten, werden sich freuen und jubeln. Später, wenn ich durch den Tunnel zurückkehre, werde ich es sein, der sich freut und…
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Fenster zur Welt
Es gibt viele Menschen, die nur mittelbar am Leben teilhaben. Sie pflegen keinen direkten Blick, betrachten ihre Welt durch Fenster. Bei Fensterbetrachtungen glauben sie, eine Welt zu sehen, die wirklich ist. Manche Menschen wünschen sich an der Welt teilhaben zu dürfen, können es jedoch wegen Krankheit oder Gebrechen nicht und sind gezwungen, die Welt durch die Blicke anderer zu erfahren. Sind wir uns der Hintergründe unserer Betrachtungsweisen bewusst? Ziehen wir Fensterbetrachtungen vor oder wissen wir vielleicht überhaupt nicht, dass wir die Welt mit den Augen von Anderen betrachten? Oft sind die Blicke auf die Welt, auf die Menschen und Dinge…
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Tore des Vergessens
Eintritte in dieses Leben erfolgen durch Tore des Vergessens. Sie schließen uns von der Wahrheit ab und lassen uns in der eigenen Illusion der Getrenntheit verharren. Jedes Ego erschafft und erhält sich, um uns den Weg zur Wahrheit zu verschließen und uns in der Illusion festzuhalten, zu glauben, wir seien einsam auf der Welt, alleine auf uns gestellt, den Widrigkeiten des Schicksals ausgeliefert. Jedes dieser Tore ist von einem Fels verschlossen. Wenn ich anfange zu erkennen, dass ich Alles und Jedes im ewigen Jetzt bin, Trennungen nur in meiner Illusion bestehen; erkenne, dass im gesamten Universum, in jeder Galaxie, dem…