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Traum im Traum
Was, wenn diese Welt eine computergenerierte Matrix ist, eine fortschrittliche Computersimulation, in der ich die Welt durch meine Wahrnehmung erschaffe? Was, wenn mir in einem angenehmen Schlaf nichtsahnend eine Wahrnehmungsschablone aufgesetzt wurde, mit deren Hilfe ich durch Verwendung eines Ego eine Welt konstruiere und sie dabei als etwas von mir Getrenntes wahrnehme, nur um in dem simulierten Traum mein eigenes Leben erleben zu können? Was, wenn die Welt ein Datenfeld ist und ich den Traum meiner weltlichen Existenz durch das entsprechende Ordnen des Datenfeldes erschaffe? Was, wenn die Wirklichkeit ganz anders ist und ich bloß in der Illusion einer physischen…
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Eine andere Art von Explosion
Jene beglückende Zeit, wenn im Frühling die Natur vor meinen Augen explodiert, wenn jede Wanderung für mich zum Abenteuer einer sich freudig verändernden Welt wird. Was zuvor unwohnlich und glanzlos erschien, wird zu einem Freudenfest der Farben. Zahllose Blüten wagen sich verspielt hervor und kurz ist für mich noch einmal ein bedächtiges Innehalten zu spüren. Lebendiges Grün, das sich zaghaft ankündigt, bevor alles von ihm durchdrungen wird und eine prächtige Pflanzenwelt sich den Raum erschließt. Tiere und Insekten kehren aus ihren Verstecken in die natürliche Umgebung zurück und vergnügen sich vor mir in munterem Treiben. Zeitgenosse einer transzendenten Explosion zu…
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Ahnenkult
Es treibt aus, . . . auf den Überresten des Vergangenen. Zielstrebig wächst neues Leben heran, wendet sich beherzt dem wärmenden Sonnenlicht entgegen. Alles Abgestorbene löst sich in seine Bestandteile auf und geht aus dem Leben. Staub wird zu Staub, indem Leben aus ihm entsteht, das zu Staub wird, in jenem Schauspiel ewiger Wiederkehr. Ich verweile bei diesem Anblick und gedenke demütig der Ahnen, auf deren Schultern ich stehe. Aus ihrer Mitte wurde ich auf die Reise durchs Leben geschickt, um mich darin als Staub begreifen zu dürfen. Am Ende des schweigenden Gedenkens mache ich mich wieder auf den Weg…
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Gedankenweltchaos
In meinem Kopf wechseln sich Gedanken ab, widersprechen und negieren sich. Manch gedanklicher Standpunkt scheint sich zu verändern, Gedankenvernetzungen zu verschieben, ohne dass ich mir dessen bewusst bin. Gedanken schieben sich unter Gedanken, einer verdrängt den anderen, dazwischen aufkeimende und brüchige Zweifel im nimmermüden Wegdrücken von Gedankenstrukturen. In der Welt meiner Grübeleien herrscht latenter Zwist und Unruhe, unkontrollierbare Verselbstständigungen, wenngleich sie gefestigt erscheinen. Auf diesem Feld bewege ich mich wohlerwogen, sorgsam darauf bedacht, dass es nicht an Festigkeit verliert oder ins Rutschen gerät. Jene fragile Ordnung könnte jederzeit erschüttert werden und in Bewegung geraten. Ein Halten gibt es dann nicht…
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Truth
Zu Anfang der schwierigen Zeit, in der Bisheriges infrage gestellt wurde, Angst in die Gesellschaft einzog, Menschen einander abwandten und Stellung gegeneinander bezogen, musste jeder eine persönliche Entscheidung treffen. In dieser Zeit entdeckte ich das Wandern für mich, da es mir die Möglichkeit bot, mich aus gesellschaftlichen Spannungen und Spaltungen zurückzuziehen und Frieden in der Natur zu finden. Wandern wurde zu einem Ritual und bot Orientierung. Bereits bei einer meiner ersten Wanderungen fiel mir in der Steinmauer eines abgeschiedenen Winzerweges ein mit weißem Farbstift beschriftetes Steinchen auf. „Truth“ war von unbekannter Hand auf das Steinchen geschrieben worden. Monat für Monat…
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Bedeutungsgebung
Bisweilen spreche ich Dingen eine Bedeutung zu, welche sich anderen Menschen nicht sogleich erschließt. Entdecke ich einen für mich interessanten Sachverhalt, interpretiere ich hinein, was ich darin erkenne. Ein anderer mag die gleiche Betrachtung auf andere Weise wahrnehmen oder überhaupt nichts darin erkennen. Früher war es wichtig für mich, dass man meine Sichtweise verstand und in gleicher Weise betrachtete. Inzwischen habe ich gelernt, die Bedeutung nur für mich gelten zu lassen. Ich anerkenne sie als persönliche Bedeutung, die keineswegs die Bedeutung eines anderen Menschen sein muss. Wieder einmal werde ich hieran erinnert, als ich im Wald eine Steinformation entdecke, die…