Fotobeiträge

  • Lebensbaum

    Lebensbaum

    Dem Himmel entgegenstrebend. Aus dem Tod wachsend und die Bedingung der Vergänglichkeit willkommen zu heißen. Die lichtvolle Kraft zieht das Leben auf mystische Weise zu sich empor. Eine Strebung zum Heimkommen, zur angestrebten Wiederkehr in die verlassene Heimstadt, als Ziehen des Stromes lichtvoll aufsteigender Energie. Das abgestorbene Astwerk eines Baumes reckt sich inmitten der Landschaft noch immer dem Licht entgegen und weist dem Lebensstrom seinen Weg. Das Tote als Anker und Aufstiegsleiter des Lebens. Was im gegenwärtigen Augenblick die Zeichen seiner Zeit erkennt und auch annimmt, fordert sie für sich. Das Leben nutzt den Tod zum Emporstreben und wächst aus…

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  • Drachenvision

    Drachenvision

    Am Himmel über den fernen Hügeln zieht in den späten Abendstunden ein Drache vorüber. Aus der Ferne betrachte ich das Wolkenwesen und erinnere mich an meine Kindheit, in der ich mich bereitwillig in meine Phantasiewelten entführen ließ, ohne mich kindisch dabei zu fühlen. Ich schaute und staunte, gab mich hin und erfreute mich an der Phantasie. An unbekannte Orte ließ ich mich entführen, zu wagemutigen Abenteuern mit undurchschaubaren Mächten. Dann kam die Zeit des Erwachsenwerdens, die mich viele Dinge nicht mehr sehen und erfahren ließ. Ich reiste nicht mehr an unbekannte Orte, erlebte keine wagemutige Abenteuer mit undurchschaubaren Mächten mehr.…

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  • Sphärenspiel

    Sphärenspiel

    Welche Arten von Sphären nehme ich in der hingebenden Betrachtung wahr, wenn meine Gefühle meinen Verstand verschwimmen lassen? Fühlendes Hingeben, um seiner selbst Willen, welches jedes Mal eine andere Welt hervorbringt und für mich das Bisherige unbestimmbar werden lässt. Hingabe. Verlangen. Sehnsucht. Umherschweifen. Gefühle und Gedanken im ständigen Wechselspiel zahlreicher neugeborener Sphären. Jede Sphäre verwirklicht durch sich selbst. Sie tritt aus dem Gefühl hervor, das zum Gedanken geworden ist, zum Gedanken hin, der zum Gefühl werden wird. Begreiflich, dass jede Sphäre aus Gefühlsgedanken und Gedankengefühlen entsteht und schließlich wieder vergeht. Wer oder was ist der gedachte Gedanke? Wo kommt er…

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  • Tagewerk

    Tagewerk

    Ich sehne mich danach, aufzusteigen und mich weiterzuentwickeln. In meiner Sehnsucht sehe ich mich bewusst einen Schritt vor den anderen setzen und hoffnungsvoll auf höher liegende Gefilde zuschreiten. Abends betrachte ich den ausklingenden Tag und füge ihn meinem Leben hinzu. So entsteht nach und nach das Mosaik meines Lebens, das mit jedem weiteren Schritt umfangreicher wird und als unvollendetes Kunstwerk vor mir steht. Ich arbeite seit meiner Geburt an meinem Lebensmosaik, ohne es in seiner Komplexität verstehen zu können, da es noch nicht abgeschlossen ist. Als Lebenskünstler verstehe ich mich, der sein Leben als Kunstwerk gestaltet und sich bei der…

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  • Zeitfaktor

    Zeitfaktor

    Wir halten uns selbst in der Zeit fest. Sorgsam eingehegt, nachgerade von uns selbst weggeführt und verführt. Das unbewusste Selbst führt sich von sich selbst weg. Das Gitter des Gefängnisses besteht aus berechenbaren und vergleichbaren Zeiteinheiten, an die der Verstand uns bindet. Ein vom Verstand ausgerollter Zeitfaktor, in dem die geistige Existenz auf materieller Ebene stattfindet. Die Zeit bewirkt lineare Beschränkung. Wir legen uns auf eine zeitliche Größe fest. Unsterblichkeit wird zur Sterblichkeit, Größe zur Kleinheit. Alles wird durch den gedachten Gedanken auf einen chronologischen Punkt fokussiert, um die vorgestellte Existenz zu stabilisieren. Insofern ist die Selbsttäuschung in sich logisch…

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  • Uneinsichtig

    Uneinsichtig

    Geist erschafft Materie. Der Wille erschafft die Vorstellung, in deren Bezug er sich selbst zu sehen und zu verstehen glaubt. So wird Wille zum Glauben, wie Materie zum Ausdruck des Geistes. Wir sehen insofern das, was wir zu sehen erwarten. So manche Vergegenwärtigung ist jedoch nicht klar und deutlich erkennbar, zumal ein tieferer Blick sie in einem anderen Zusammenhang setzt. Geist und Wille sind sich uneinig geworden. Die jeweilige Betrachtung stimmt nicht mehr mit ihrem Willen überein. Auf welche Weise vermag man in dieser Uneinsichtigkeit zu verstehen, was richtig und falsch ist? Wo bleibt die Gewissheit, wenn die Betrachtung auf…

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