Fast immer verlange ich vom Leben, meinen Weg auf gerader Linie gehen zu dürfen, ohne Abschweifung und in kürzester Zeit mein Ziel zu erreichen.
Nicht selten stellt mir im ungeduldigen Verlangen das Leben Begebenheiten in den Weg, die mich veranlassen, von meiner geraden Linie abzulassen und einen störenden Umweg zu gehen.
Verärgert und der Unruhe nachgebend, harre ich des drohenden Zeitverlusts und der zusätzlich entstandenen Beschwernisse. Das angestrebte Ziel scheint schmerzlich und unheilvoll meiner Erreichbarkeit entzogen worden zu sein.
Viel später darf ich dann erkennen, dass es der erzwungene Umweg war, der mir hilfreiche Facetten zeigte und Möglichkeiten für ein Weiterkommen erschloss.
Aus voreiliger Verärgerung kann nun wohltuende Dankbarkeit erwachsen.
Sicherlich führen nicht immer gerade Wege zum Ziel, denn hin und wieder begegnet man sich auf den Umwegen am ehesten selbst.
