Nebelenthoben

Published by

on

Von meinem erhöhten Standort aus durfte ich an einem Morgen die Landzunge einer unbekannten Insel ausmachen, auf welcher sich mir in der Ferne verhangen eine Kirche im Dämmerlicht offenbarte.

Ein schäumend Meer aus eisgrauen Nebelschwaden umfing derweil jene fremdartige Insel mit verspieltem und lüsternen Wogenbegehren.

Jedoch sollte mein Eindruck dieser Betrachtung nur für den Augenblick bestehen.

Denn als ich Tage später zur gleichen Stelle zurückkehrte, machte ich den mir vertrauten, entfernt stehenden Berg aus, auf welchem in vertrauter Einkehr, eine schmucklose Kirche stand und nichts sagend erschien.

Jener zärtliche, nach Offenbarung verlangende Sinn für jene Kirche schien mir, gleichsam mit dem Verschwinden des kryptischen Nebelmeeres, auf mysteriöse Weise verloren gegangen zu sein.

Bilder, so musste ich ein weiteres Mal erfahren, werden durch Stimmungen erschaffen.

Previous Post
Next Post