Kategorie: Allgemein

  • Vernetzung

    Vernetzung

    Im kühlen Wind bewegt sich das Spinnennetz am Rand des Weges. Es bläht sich auf und fällt wieder in sich zusammen. Jeder Bereich des Netzes wird von der jeweiligen Bewegung erschüttert. Elastisch dehnt sich das Netz und zieht sich wieder zusammen. Nichts bleibt wirklich unbewegt. Geradeso scheint es sich mit…

  • Nahe stehend

    Nahe stehend

    Gutmeinendes und Annäherndes wird nicht selten von sich weggestoßen, weil Nähe bedrängend wirkt. Berührungen erwirken so manches Unbehagen, da sich das Selbst hinzugeben verlangt und zugleich Angst vor der Hingebung verspürt. Zaghafte Widerstände lassen Freiräume entstehen, doch der gute Wille verkehrt sich oft in eine Abwehr, die eine Abwehr gegen…

  • Morgenappell

    Morgenappell

    Wohlgeordnet stehen die Bäume im Morgensonnenlicht auf einer Anhöhe und erregen meine Aufmerksamkeit. Erstaunt blicke ich auf die Formation und es scheint mir als wäre sie zu einem Morgenappell angetreten. Für einen Augenblick fühle ich mich schamhaft berührt, ehe ich schmunzelnd meinen Weg fortsetze. Manchmal überkommen mich sonderbare Gedankenflüge, die…

  • Kristallin

    Kristallin

    Über Nacht wurde die Landschaft weißgläsern. Kristalliner Zuckerguss breitet sich in wundersamer Feinheit über das verschlungene Geäst aus. Ein frostiger Wind verwandelte die Feuchtigkeit in glitzerndes Eis und ließ Strukturen entstehen, die in der Morgensonne glänzen. Vor dem meerblauen Hintergrund heben sich die eisigen Äste ab und bilden glitzernde Verzweigungen.…

  • Befürchtung

    Befürchtung

    Betreten schreite ich auf meine finstere Vorstellung zu und warte im Tritt ab. Fraglich, ob das Ungemach heranzieht oder in der Ferne bleibt. Farblich hat sich der Anblick auf meine Stimmung eingestimmt. Berauscht, versonnen und verträumt, ehe sich mein Blick milde in Wohlgefallen aufzulösen strebt. Ich ziehe weiter und lasse…

  • Höhenrausch

    Höhenrausch

    Mit dem Raureif tritt mir auf den zugigen Anhöhen eine faszinierende Welt gegenüber. Drückender Nebel, durch den ich mir in trüber Einsamkeit meinen Weg bahne und auf dem mein Schritt unsicher bleibt. Die vertrauten Farben sind verschwunden und werden unter dem Puderzucker vager Hoffnungen von einem kalten Wind gestreichelt. Stille…

  • Erwartungsvolle Heimreise

    Erwartungsvolle Heimreise

    Der heutige Abend ist früh hereingebrochen und überall hat sich ein lieblicher Glanz wie ein Vorhang ausgebreitet. Staunend blicke ich in Richtung meiner beabsichtigten Reise und betrachte in der Ferne die Wärme des Lichts. Noch steht das Signal in einiger Entfernung auf Rot. Der Zug kommt noch nicht, genügend Zeit,…

  • Jeder Tag ist ein Geschenk

    Jeder Tag ist ein Geschenk

    Hoffnung für einen neuen Tag keimt auf, sobald sich ein Tag seinem Ende zuneigt. Die Nacht zieht herauf und nimmt den vergangenen Tag leise mit sich fort. Entfernt verglimmt das Licht und lässt mich Figuren erahnen, lautlos mahnend im rötlichen Schein der Abenddämmerung, ein verschwiegener Fingerzeig. Die Schwärze der Nacht…

  • Abgeerntet

    Abgeerntet

    Die Ernte wurde eingeholt und erwies sich wieder einmal als üppig. Nacktheit und Kühle eines sich dem Ende zuneigenden Jahres wird Einzug halten und noch einmal eine Ahnung des Vergangenen erwecken. Tage werden kürzer, Gedanken melancholischer, Hoffnungen und Sehnsüchte nach Ruhe und Wohlbehagen entstehen, im zunehmenden Schweigen eines verspielten Träumens.…

  • Weg – laufen

    Weg – laufen

    Einen finsteren Weg zu beschreiten und mit jedem Schritt in den Schmerz hineinzulaufen, kann der Weg des Weglaufens sein. Einem sinisteren Weg zu folgen, sich im Verletzt sein weiter zu verletzen, kann die Erweiterung des Weglaufens sein. Den Weg ins Dunkel zu gehen, in Melancholie und Schwermut zu torkeln, kann…