Drachenvision

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Am Himmel über den fernen Hügeln zieht in den späten Abendstunden ein Drache vorüber.

Aus der Ferne betrachte ich das Wolkenwesen und erinnere mich an meine Kindheit, in der ich mich bereitwillig in meine Phantasiewelten entführen ließ, ohne mich kindisch dabei zu fühlen.

Ich schaute und staunte, gab mich hin und erfreute mich an der Phantasie. An unbekannte Orte ließ ich mich entführen, zu wagemutigen Abenteuern mit undurchschaubaren Mächten.

Dann kam die Zeit des Erwachsenwerdens, die mich viele Dinge nicht mehr sehen und erfahren ließ. Ich reiste nicht mehr an unbekannte Orte, erlebte keine wagemutige Abenteuer mit undurchschaubaren Mächten mehr.

Der Drache des Alltags hatte mich fortgetragen und mich meine Phantasie vergessen lassen. Ich war zum Erwachsenen geworden, damit ich mich eines Tages wieder an meine Kindheit erinnere.

Inzwischen bin ich zu dem Drachen aus meiner Kindheit zurückgekehrt und freue mich, hin und wieder mit ihm auf die Reise zu gehen.

Viele unbekannte Orte, viele wagemutige Abenteuer mit undurchschaubaren Mächten warten auf mich.

Letztlich ist es die Frage eines jeden selbst, welchem Drachen er folgt, denn er entführt uns nach dort, wo wir hinzugehören glauben.

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