Uneinsichtig

Published by

on

Geist erschafft Materie. Der Wille erschafft die Vorstellung, in deren Bezug er sich selbst zu sehen und zu verstehen glaubt. So wird Wille zum Glauben, wie Materie zum Ausdruck des Geistes.

Wir sehen insofern das, was wir zu sehen erwarten.

So manche Vergegenwärtigung ist jedoch nicht klar und deutlich erkennbar, zumal ein tieferer Blick sie in einem anderen Zusammenhang setzt.

Geist und Wille sind sich uneinig geworden. Die jeweilige Betrachtung stimmt nicht mehr mit ihrem Willen überein.

Auf welche Weise vermag man in dieser Uneinsichtigkeit zu verstehen, was richtig und falsch ist? Wo bleibt die Gewissheit, wenn die Betrachtung auf unterschiedliche Art und Weise betrachtet und interpretiert werden kann?

Der Geist erschafft in diesem Fall, ohne sich selbst zu verstehen. Der Wille stellt sich vorstellungslos vor, dadurch dass er nach sich selbst zu verstehen strebt.

Es gibt nicht bloß eine einzige Sichtweise auf die jeweiligen Verhältnisse.

Manches im Leben mag vielleicht auf den ersten Blick einsichtig erscheinen, wird jedoch auf den zweiten Blick zweifelhaft.

Auf einer anderen Ebene uneinsichtig.

Previous Post