Gedankentraum

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Jeder Gedanke an etwas Konkretes entspringt einem tätigen Geist und bringt durch Fokussierung auf sich selbst die Bedingung bewusster Wahrnehmung hervor.

Der Geist erschafft insofern durch bedingte Vorstellung seine Welt und die Maßstäbe, in denen er sich verliert und gleichsam zu sich zurückfindet.

Jeder Gedanke stellt sich artikulierter Wille dar, welcher sich gestaltend Bahn bricht, um sich innerhalb der Wahrnehmung des Gedachten widerzuspiegeln und zugleich darin wiederzuerkennen.

Irgendwo in meiner räumlich-zeitlichen Distanz zu mir selbst nehme ich das wahr, was ich mir zu erkennen erlaube, da sich mein Geist darin durch seinen Willen kundgibt und sich mit mir, dem Betrachteten, rückverbindet.

Eine Trennung, die ich nur durch meinen Gedanken der Trennung wahrnehme und erfahre.

Seitdem ich dies verstanden habe, gehe ich mit einem anderen Bewusstsein durch meine mich umgebende Welt. Alles entfremdet sich von mir und findet sich aus der wahrgenommenen Entfremdung wieder bei mir ein.

Mein Fokus gilt mir als schöpferische Distanz, welche mich von mir entrückt, um sich mir durch Bewusstwerdung anzunähern. Ich werfe Gedachtes aus, betrachte es erfahrend in der Distanz und stimme mit ihm überein, indem ich es bewusst wieder zu mir hinziehe.

Durch gedachte Distanz finde ich die Nähe zu mir. Mein Gedanke kehrt nach seiner vorgestellten Reise ins Außen zu mir zurück.

Ich bleibe Ursprung und Zuhause meiner vorgestellten Distanzierung von mir, habe ich mich doch niemals verlassen, denn jeder Gedanke verblieb stets in mir.

Bloß mein Träumen der Gedanken hat meine Welt des Außen entworfen.

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