Ein verzücktes Innehalten. Eine überraschende Vision in einem für fade gehaltenen Allerlei, jenseits der üblichen Vorstellung.
Eine willkommene Abschweifung, die sich für mich als eine träumerische Phantasie meines Geistes offenbart und mich für einen flüchtigen Augenblick in eine Traumwelt entführt.
Die Bühne für das Ballett ist vorbereitet. Die Tänzerinnen stehen bereit. Ein imaginäres Orchester stimmt sich im Hintergrund ein.
Ich nehme aufgeregtes Drängeln der Tänzerinnen wahr, quirliges Einnehmen ihrer Positionen. Ein heller Lichterglanz, der erstrahlt, saugt mich in sich ein und mit sich fort.
Die Aufführung beginnt.
Anmut, die meinen lüsternen Blick umschmeichelt, mich lockend in ihren Bann hineinzieht. Verführerisch spüre ich mein Versinken in der zärtlichen Melodie, in die vorgestellten Bewegungen, den Rhythmus und die Eleganz.
Zu formvollendet, um von meiner vertrauten Welt zu sein, bis zum plötzlichen Erwachen aus dem Traum.
Das Vorstellte war mitnichten wirklich, existierte lediglich in mir und sprang sich aus mir heraus, um mich einen Augenblick lang von mir fortzuziehen.
In einem flüchtigen Augenblick verlor ich meine Bewusstheit und genoss die träumerisch spielerische Phantasie.
Eine Ballettvision, inszeniert von mir, für mich aufgeführt. Der Eintritt in diese Darbietung kostete mich das Bewusstsein. Einen Preis, den ich bereitwillig zu zahlen bereit war.
Doch wo sind die verführerischen Tänzerinnen geblieben? Ich sehe nurmehr einen Wald voller Bäume und erkenne dabei den Wald nicht mehr.
Es war zu träumerisch, um wahr zu sein.
