Auslegung

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Bisweilen entstehen durch gewagtes Denken überraschende Fragestellungen, die vertraut gewordene Anschauungen auf den Kopf stellen.

Selbstverständlichkeiten verlieren ihre Selbstverständlichkeit.

Existiert dieser Baum, wenn ihn niemand betrachtet? Existiert der Baum außerhalb oder innerlich als Betrachtung gedachter Gedanken?

Sieht ein anderer Betrachter denselben Baum oder sieht er ihn in andersartiger Weise?

Gibt es überhaupt eine Welt außerhalb von mir oder befindet sich meine Welt nur in meinem Inneren und ich verlege sie durch das Denken aus dem Inneren ins gedachte Außen?

Gibt es womöglich keinen anderen Betrachter außer mir?

Wenn alles um mich herum nichts anderes sein sollte, als von mir gedachte und nach außen verlagerte Gedanken, trage ich dann nicht die ganze Welt in mir und bringe sie durch eine gedachte Wahrnehmung nach außen?

Zum Außen, das mir als mein Inneres erscheint, ohne dass ich es recht verstehe. Jeder von mir gedachte Gedanke wird zur wahrgenommenen Auslegung vom Inneren ins Äußere.

Ist das betrachtete Dasein, das ich als meine Welt kenne und erfahre, in jener mir unendlich erscheinenden Ausprägung, womöglich nichts anderes als die gedachte Auslegung meiner gedachten Gedanken? Befindet sich die Ausprägung, die mir als Welt vertraut zu sein scheint, nur als Gedanke in mir?

Jener von mir angeschaute Baum wäre demnach ich selbst, so wie alles andere von mir Betrachtete ich selbst wäre.

Ich selbst, . . . nur für mich!

Fragestellungen, die meine Welt von innen nach außen und von außen nach innen kehren.

Der Weg nach außen, um über diesen Weg nach innen, zu mir, zurückzukehren.

Alles nichts weiter als verfängliche Fragen der Auslegung.

Vollkommen gedanklich und doch irgendwie real.

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