Scheinbar lineare Realitäten ändern sich früher oder später, denn Veränderung ist das Fundament unserer vorgestellten Welt. Es ist eine ausgedachte Vorstellungswelt, die uns zwar verlässlich und sicher erscheint, in Wirklichkeit allerdings auf Täuschung und Unsicherheit basiert.
Bestehendes verwandelt sich ins Gegenteil; vertraute Formen verändern sich, weisen uns immer wieder unterschiedliche Standpunkte zu.
Veränderung im Innern zieht Veränderung im Äußeren nach sich und umgekehrt. Nur der Kern, jenes tiefer liegende Sein, bleibt von der Veränderung unberührt.
Jenes sich beständig umwandelnde Dasein ist das Spielfeld des Verstandes, das Sein hingegen die unwandelbare Heimat des Geistes, aus der heraus er sich seine wandelbare Welt vorstellt.
Vorgestellte Veränderung zeigt die Gegenwart linearer Zeit an und ist chronologischer Gradmesser für die Wahrnehmung.
Was linear erscheint, beginnt irgendwann Wellen zu schlagen und fordert uns zum Umdenken und zur Veränderung unserer Anschauung auf.
Die Linearität ist eine Vorstellungsweise eines begründenden vorläufigen Weltverständnisses, in welchem sich der Wechsel kundtut und sie schließlich ihrer Bedingung enthebt, indem er ihr widerspricht.
Gleiches geschieht mit der Vorstellung der Zeit, in der wir uns vorstellend sicher aufgehoben fühlen.
Vergangenheit und Zukunft fallen durch ihre Aufhebung im Jetzt zusammen und kündigen die in ihr liegende Linearität auf, die in der Vorstellung als Vorstellungsbedingung in der Illusion einer vorgestellten Welt hervorgebracht wurde und im vorgestellten Widerspruch aufgehoben wird.
Alles in der vorgestellten Welt entsteht und vergeht durch die Vorstellung des Geistes. Als Herausstellung aus den tiefen Schichten des Seins, um durch Raum und Zeit als Vorstellung Wirklichkeit zu werden.
Vorstellung als vorgestellte Wirklichkeit.
