Paradiesvogel

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Das Bewusstsein setzt sich durch, irgendwie anders zu sein. Die eigene Identität wird bewusst erlebt und man fühlt sich in einer Welt von Fremden mehr und mehr fremd.

Menschen kommen und gehen, andere bleiben und begleiten einen auf dem Weg der gefühlten Fremdheit.

Fremde finden sich auf geheimnisvolle Weise. Sie werden in der Fremde zu Vertrauten. Andere bleiben sich fremd und lassen Fremdheit zurück.

Das erträumte Paradies ist keineswegs jedermanns Sache.

Paradiese sind individuell und bestehen nebeneinander, wie die Menschen in ihrer Fremdheit individuell sind und zuletzt nebeneinander bestehen.

Im Grunde lebt jeder Mensch in einem vorgestellten Paradies, meist ohne sich dessen bewusst zu sein. Er lebt und wirkt in ihm, da er sich darin erkennt und wiederfindet.

Der Mensch lebt in der Vorstellung des eigenen Paradieses.

Der eine mag es vielleicht in der Welt der Fremdheit finden, der andere womöglich in der Vorstellung, die sich auf der Flucht vor der Fremdheit befindet.

Ist das vorgestellte Paradies von dieser Welt oder befindet es sich woanders? – Das ist und bleibt die persönliche Frage des einzelnen.

Jeder Paradiesvogel zieht irgendwann fort aus diesem Leben und schreitet seiner tieferen Bestimmung entgegen.

Zurück bleibt dieser Traum, in dem er sein Paradies zu finden glaubte.

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