Einseitig

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Nur in eine Richtung zu denken, zu sehen, zu fühlen, zu hören und zu reden, ohne sich der eigenen Einseitigkeit bewusst zu sein.

Ich bin jedoch auch das, was mir nicht bewusst ist, was nicht zu mir zu passen scheint, was ich nicht zu glauben vermag und womit ich mich nicht auseinandersetzen will.

In meiner Einseitigkeit bin ich ein Gefangener meiner selbst und wähne mich in Sicherheit. Denn was mir widerspricht, wird übersehen, verleugnet, abgewehrt, ausgeschlossen und abgetan.

Einseitigkeit zur Selbstsicherheit, zur Selbstvergewisserung und als Wohlfühloase ist Gefangenschaft in der Aufspaltung des Geistes.

Das Licht kommt von einer Seite. Darauf richte ich mich aus und lasse mir Wohlbehagen bereiten. Die dunkle Seite wird von mir ignoriert, doch sie wirft so manchen Schatten, den ich ungewollt hinter mir herziehe.

Unsere Schatten sagen mehr über uns, als wir wahrhaben wollen. Nur wer sie erkennt, anerkennt seine andere Seite, während er in der Einseitigkeit beim Anblick der aufgesetzten Maske verweilt.

Schatten verfolgen mich. Wann bin ich bereit, sie zu erkennen und als Teil von mir zu verstehen?

Wann befreie ich mich von der Einseitigkeit meiner selbst?

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