Am Himmel entdecke ich ein Wolkenspiel, das mich erstaunt innehalten lässt.
Ich glaube ein wogendes Meer von verträumten Wünschen über mir hinwegziehen zu sehen und fühle mich unversehens zum Mitziehen eingeladen.
Innehaltend und mit geschlossenen Augen spüre ich einen milden Lufthauch über meine Haut streichen. Hingebungsvoll atme ich ihn ein und gebe mich hin.
Ein und aus atme ich. Ruhig, besonnen und gleichmäßig. Wie ein zarter Wellenschlag, fließt es durch mich. Atmend nehme ich das Außen in mich auf und lasse zugleich mein Inneres bereitwillig davonziehen.
Während ich atme fühle ich Frieden in mir aufsteigen. Indem mich der Atem durchdringt, bin ich vollkommen bei mir selbst. Ich bin eins mit der Welt. Sowohl die Welt als auch ich selbst lösen sich auf.
Das Wellenspiel des Atmens ist zum Wechselspiel mit mir selbst geworden und offenbart sich als eine selbstwirkende Fühlbarkeit.
Die vertraute Vorstellung der Zeit entsteht nicht nur aus dem Wechselspiel des Atmens, sondern sie löst sich auch darin auf.
Im Moment der Auflösung fühle ich die Begegnung mit mir selbst und bin bereit, träumerisch meine unerfüllten Wünsche loszulassen, damit sie davonziehen können.
Der Wellenreiter ist bei sich angekommen. Seine unerfüllten Wünsche ziehen verträumt mit dem Lufthauch davon.
Vielleicht werden sie eines schönen Tages beim Vorbeiziehen von einem erstaunten Menschen am Himmel entdeckt.
