Über Nacht wurde die Landschaft weißgläsern. Kristalliner Zuckerguss breitet sich in wundersamer Feinheit über das verschlungene Geäst aus.
Ein frostiger Wind verwandelte die Feuchtigkeit in glitzerndes Eis und ließ Strukturen entstehen, die in der Morgensonne glänzen.
Vor dem meerblauen Hintergrund heben sich die eisigen Äste ab und bilden glitzernde Verzweigungen. Sie stehen für den Augenblick in einer zuckerartiger Starre gläsern vor mir.
Kalt und warm liegen dicht beieinander.
In dem Eisgeflecht nehme ich ein leidendes Gesicht wahr, das sich mir aus der Kälte klagend zuwendet.
Im Morgenfrost des angebrochenen Tages entsteht in mir der Eindruck einer weitläufige Klarheit, in welcher das Kristallin im Lauf der Sonne dahinschmelzen wird.
Denn Zeit und Wärme lässt alles Erstarrte vergehen.
