Arglos, Gedanken nachhängend, komme ich auf meinem Weg an einem Baum vorüber. Im gleichen Moment vernehme ich einen Schrei, ohne ihn zu hören.
Spielt mir etwa meine Phantasie einen Streich, frage ich mich.
Geneigt weiterzugehen, verharre ich und wende mich dem Baum zu. Ich stehe vor ihm und betrachte seinen lautlosen Schrei.
Da durchzuckt es mich und ich spüre, wie ein verzweifelter Laut schmerzlich in meinem Ohr erklingt.
Mitfühlend sende ich Liebe zu ihm und setze meinen Weg fort.
Ich hoffe sehnlichst, dass er meine Liebe erhielt. Was aber, wenn nicht, frage ich mich schuldbewusst, sah ich mich doch gezwungen auf seinen stummen Schrei zu reagieren.
Oder habe ich es mir nur eingebildet?
Meine Arglosigkeit ist verschwunden. Das Bild des Baumes will mir nicht aus dem Kopf gehen.
Es ist nicht leicht, mitfühlend und achtsam durch eine Welt der hilflosen und stummen Schreie zu gehen, ohne sich selbst zu verlieren.
