Glaubenswelt

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Irgendwann nahm ich das Bild eines Baumes auf und glaube seitdem, auf dem Bild die Aura des Baumes zu erkennen.

Einer meiner Bekannten, dem ich das Bild zeigte, winkte ab und meinte es handele sich lediglich um Dunst, den ich bei der Aufnahme eingefangen habe.

Er mag Recht haben mit seiner fachmännischen Meinung und ich habe nichts weiter als das schlechte Bild eines Baumes gemacht. Dennoch will ich partout nicht von meinem Glauben lassen und beharre darauf, es sei die Aura, die von mir festgehalten wurde.

Wichtig ist mir nicht, was andere Betrachter in dem Bild erkennen, sondern ich selbst.

Hier scheint es, wie bei allem, um Glauben zu gehen. Denn darum geht es immer. Glaube wohnt jedem Leben inne, auch wenn er sich als solcher oftmals selbst verkennt.

Der Glaube wird durch zur Schau gestelltes Wissen umgedeutet, während hinter der Maske des Wissens der Glaube weiteragiert.

Leben heißt, an die Welt und ihre Wahrnehmung zu glauben, daran, dass die Welt in der Weise existiert, wie sie sich in der eigenen Wahrnehmung abbildet.

Doch die Frage bleibt, wie ist die Welt in Wirklichkeit?

Jeder bleibt zuletzt in seinem Glauben und damit ein Gefangener in seiner Welt: seiner Glaubenswelt.

Ich . . . , Du . . . und jeder andere.

Glauben, zu wissen, anstatt wissen, nichts zu wissen!

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